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zuletzt geändert: 21/12/11
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Am 27. Februar 2007 begann unsere Rundreise durch Andalusien. Ankunft am Nachmittag in Malaga, Mietwagen abgeholt und die drei Kilometer in unser Hotel gefahren. Wir hatten keine Lust auf eine lange Strecke am ersten Tag, wollten mit den Bergen anfangen, aber trotzdem wenigstens mal kurz das Meer sehen. Deshalb nur die Fahrt bis nach Guadalmar. Das Meer war noch da, Sonnenschein und über 20 Grad. Am Strand (hier nicht wirklich schön: auf der einen Seite Sicht auf Malaga und den Hafen, auf der anderen Seite Sicht nach Torremolinos) hatte auch eine Strandbar auf und wir fühlten uns sofort wie im Urlaub.
Am nächsten Tag ging’s dann ein Stück an der Costa del Sol entlang (eine Bausünde neben der anderen) und dann ab in die Berge.
Traumhaft schön, wie diese kleinen weißen Dörfchen sich überall an die Hänge schmiegen.
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In Casares haben wir die erste Pause eingelegt. Ein Polizist wies uns darauf hin, dass die Altstadt heute für Autos gesperrt sei - Andalusientag. Also Auto geparkt und zu Fuß weiter. Gässchen hoch, Gässchen runter. Auf dem Dorfplatz war eine Bühne aufgebaut, für den ganzen Tag waren Vorführungen und Livemusik geplant und wir mussten dort weg. Wegen des Feiertages hatten wir nämlich in Ronda ein Hotel vorgebucht. Schinken und Käse sahen wir noch am Stück (in Scheiben war es dann sicher weniger, denn der Schneid-Beauftragte musste oft probieren, ob alles noch in Ordnung ist). Aus den Lautsprechern schallte spanische Schmachtmusik, die Sonne schien und uns ging es gut.
Dann Weiterfahrt nach Ronda, einem Dorf mit 40.000 Einwohner ca. 100 km von Malaga entfernt.
Bekannt ist Ronda vor allem für seine Lage: die maurisch geprägte Altstadt liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau und die beiden Stadtteile sind durch eine knapp 100 m tiefe, vom Rio Guadalevin gebildete Schlucht, El Tajo genannt, getrennt.
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Das ist die Puente Nuevo über der Schlucht. Sie ist die neueste der insgesamt drei Brücken und wurde im späten 18. Jahrhundert gebaut. Laut einer Legende ist der Architekt bei der Besichtigung der fertigen Brücke in den Abgrund gestürzt, als er seinem davon wehenden Hut nachsprang.
In Ronda steht auch die erste Stierkampfarena Spaniens, uns hat ein Stierkampf im Fernsehen (in einer Tapas-Bar am Abend) gereicht. Ronda ist das Ausflugsziel für alle Touristen, jedenfalls waren viele unterwegs. Direkt an der Schlucht gibt es einige Hotels und Restaurants, bei denen man natürlich den Blick mit bezahlt.
Von Ronda sind wir am nächsten Morgen zu einer Höhlenbesichtigung in die Nähe von Benaojan aufgebrochen. Die Cueva de la Pileta ist erst Anfang dieses Jahrhunderts von einem Bauern entdeckt worden und seitdem in Familienbesitz. Der Höhleneingang ist verschlossen und man darf nur mit Führer rein. War schon ein Erlebnis, in einer Gruppe von 10 Leuten mit insgesamt drei Petroleumlampen durch die Gänge zu laufen. In der Höhle befinden sich Malereien, die zum Teil 25.000 Jahre alt sein sollen. Die Höhle ist riesig groß, überall Stalagmiten und Stalaktiten (die manchmal aussehen wie Figuren) und ziemlich am Ende noch ein kleiner See. Im letzten Raum sind die meisten Wandmalereien zu sehen und angeblich die wichtigsten, da so weit weg von der Küste Zeichnungen von Fischen auftauchten. Die Archäologen haben eine Menge zu tun, ein Gang nach unten ist komplett abgesperrt und nur für Profis. Vielleicht auch besser so, denn es soll schon Tote gegeben haben. Deshalb ist jetzt immer verriegelt und Besichtigungen sind nur noch mit Führer möglich.
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Nächste Station war für uns dann Arcos de la Frontera. Eigentlich wollten wir in einem kleineren Ort übernachten, aber wegen der Vorsaison gab’s da keine offenen Hotels.
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Arcos liegt auch imposant auf einem Hügel, hat aber nicht diese spektakuläre Schlucht wie Ronda und ist deshalb nicht ganz so vermarktet. Auch hier sind die Gassen teilweise so eng, dass kein Auto durchpasst. Einige der Häuser sind direkt an Kirchen angebaut oder die Häuser sind durch Torbogen miteinander verbunden. Abends haben wir zum ersten Mal die seltsamen Essensgewohnheiten der Spanier zu spüren bekommen. Unser Reiseführer empfahl das Restaurant unseres Hotels - leider machte es erst um 21.30 Uhr auf. Bis dahin wären wir verhungert. Also gingen wir in Spanien zum Italiener.
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Am nächsten Morgen machten wir uns auf an die Costa de la Luz. Auf kleinen Bergstraßen (alle mit EU-Mittel nagelneu gemacht) ging’s langsam runter Richtung Küste. Für unsere Strandtage hatten wir uns Conil de la Frontera ausgesucht. Conil selbst hat ca. 20.000 Einwohner und im Sommer suchen dort 80.000 Touristen Erholung. Aber Anfang März ist dort nichts los, ein Großteil der Kneipen (und leider auch alle Eisdielen) sind noch geschlossen. Wir mieteten uns ein kleines Zimmer direkt am Meer und blieben insgesamt eine Woche dort. Am Ende wussten wir ganz genau, wer uns wo über den Weg läuft. Die alten Männer haben ihre Treffpunkte, die Frauen stehen schwatzend auf der Straße und die wenigen Touristen drehen ihre Runden. In Conil ist auch der Bauwahn ausgebrochen. Sämtliche Plätze werden gerade umgebaut und am Ortsrand entstehen einige größere Wohnanlagen. Keine Ahnung, für wen dort so viel gebaut wird.
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Für uns war Conil der perfekte Ort. Morgens konnten wir stundenlange Strandspaziergänge machen, mittags irgendwo eine Kleinigkeit essen und nachmittags hielten wir uns in der - momentan einzigen - Strandbar auf. Dort konnte man schön in der Sonne sitzen und lesen. Erholung pur.
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An einem Tag machten wir einen Tagesausflug nach Vejer de la Frontera. Vejer liegt 9 km von der Küste entfernt auf einem Hochplateau und mitten in der Altstadt liegt eine maurische Burg aus dem 10./11. Jahrhundert. Hier war noch weniger los, auf dem Bild unten links sieht man den leeren Plaza de Espana. Diese Plätze gibt es in jedem Ort und sie sind ein beliebter Treffpunkt für Einwohner und Besucher. In Vejer stehen auch drei alte Windmühlen, die Molinos de Viento. Sie werden momentan restauriert, aber man fühlt sich trotzdem wie Don Quijote.
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Nach der entspannten Woche in Conil machten wir uns dann auf den Weg nach Sevilla. Es war Wochenende und wir befürchteten, kein Zimmer mehr zu bekommen. Also reservierten wir in einem Hotel etwas vor. Wir hatten uns extra eins mit eigenem Parkplatz ausgesucht, weil es angeblich sehr schwierig ist, sein Auto irgendwo abzustellen. Das merkten wir dann. Auf dem Stadtplan sah das alles sehr einfach aus... Leider ist auch Sevilla gerade Großbaustelle und überall sind wegen dem Bau der Metro Straßen gesperrt. Zudem ist eigentlich jede Gasse Einbahnstraße, leider für uns in der Regel in der falschen Richtung. Wir kurvten also eine Stunde durch die Innenstadt, waren unserem Hotel auch mal ganz nah und gaben dann entnervt auf. Wir parkten etwas außerhalb und gingen zu Fuß.
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Sevilla ist die Hauptstadt der autonomen Region Andalusien. Im 8. Jahrhundert von den Arabern erobert und im 13. Jahrhundert von den Spaniern zurück erobert, ist Sevilla reich an Sehenswürdigkeiten und ein wichtiges Touristenzentrum.
Die Giralda ist der Glockenturm der Kathedrale und Wahrzeichen der Stadt. Der Turm ist der Rest der einstigen Moschee, die im Jahr 1184 errichtet wurde. Im Innern des Turms führen Rampen nach oben, auf denen man mit Pferden reiten konnte, wenn wichtige Nachrichten verkündet werden mussten. Wir mussten laufen. Vom Glockenturm hat man eine schöne Aussicht auf Sevilla. Zur vollen Stunde ist der Aufstieg sicher nicht empfehlenswert, man ist nämlich direkt im Glockenstuhl.
Die Kathedrale selbst empfindet man nicht als besonders imposant, da sie in einer eng bebauten Ecke steht. Sie ist vom Raumvolumen her die größte Kathedrale der Welt und die viertgrößte Kirche der Welt. Sie wurde 1401-1519 erbaut, steht seit 1928 unter Denkmalschutz und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. In der Kathedrale steht das 1902 errichtete Grabmal von Kolumbus (ein weiters Kolumbusgrabmal steht in der Dominikanischen Republik). Wo seine Gebeine nun wirklich sind?
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Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Torre del Oro, der Goldturm. Der Turm steht direkt am Fluss und war früher durch eine unter Wasser liegende Kette mit einem Turm auf der andern Seite des Flusses verbunden. So konnte der Hafen geschützt werden. Im Mittelalter diente der Turm als Gefängnis, heute beherbergt er ein Schifffahrtsmuseum. In der Nähe steht die Stierkampfarena von Sevilla, haben wir uns natürlich gespart. Wir haben stattdessen einen schönen Café con leche am Flussufer getrunken.
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Das ganze Leben in Sevilla scheint sich auf den Straßen abzuspielen. Freitagnachmittag kamen wir auf einen Platz voller Menschen. Wir dachten, es wäre eine Demo, aber so ganz ohne Transparente und Sprechchöre? Geschäftsleute in Anzügen neben Obdachlosen? Seltsam... Erst später sahen wir den Grund für diese “Demo”: Auf dem Platz gibt es zwei Kneipen mit Straßenverkauf. Man trifft sich nachmittags auf ein Bier, steht schwatzend rum, isst ein paar Tapas aus der Tüte... Wie einfach es doch sein kann: keine Stühle, vereinzelte Tische, keine Bedienung, keine Toiletten... Abends war der Platz dann wohl Ziel für Familienausflüge. Jedenfalls sah man dort Generationen einträchtig beieinander. Alt und Jung, alle fein gemacht und alle reden gleichzeitig.
In Sevilla gibt es eine Menge solcher Plätze und überall hat man die Möglichkeit draußen zu sitzen. Die Spanier scheinen ihre Wohnungen nur zum Schlafen zu nutzen.
Der Plaza de Espana, eigentlich ja in allen Orten der zentrale Platz, liegt in Sevilla etwas weiter weg. Er ist auch weniger Treffpunkt, als Anlaufstelle für die Touristen und man kann den Platz in einer Kutsche umrunden. Im Sommer kann man wohl auch den Kanal mit Booten befahren, jetzt war er zum Großteil ohne Wasser.
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Ein weiterer Höhepunkt ist der Alcazar. Ursprünglich als maurisches Fort angelegt, wurde der Großteil des königlichen Palastes ab 1364 unter Peter I. gebaut. Der Palast ist eines der am besten erhaltenen Beispiele für die Mudejar-Architektur, die unter christlicher Herrschaft entstandenen Bauten mit islamischem Einfluss. Don Pedro gefiel diese Bauweise und er holte sich maurische Handwerker für diverse An- und Umbauten. An der Außenwand des Palastes gibt es ein gotisches Schriftband, das inhaltlich den christlichen Auftraggeber ehrt. Darunter ist ein blau-weißes Ornament, das aussieht wie Verzierung. Es handelt sich dabei aber um kufische Schriftzeichen, die heißen: „Es gibt keinen Sieger außer Allah”. So leicht kann man sich was unterjubeln lassen.
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Letzte Station unserer Reise sollte nochmal ein Dorf in den Bergen sein. Und was für einen Schatz wir uns da ausgesucht hatten. Antequera liegt 50 km nördlich von Malaga am Rand zweier Bergketten. Das Dorf wird gerade erst so richtig touristisch erschlossen (soll heißen: Baustellen überall) und das hat die Region auch bitter nötig, denn es gibt so viel zu entdecken. Wenn man sich Antequera nähert, fällt einem zunächst dieser auffällige Berg ins Auge.
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Der Berg der Verliebten, weil sich nach einer Legende zwei Liebende von hier in den Tod stürzten - aber er auch als der schlafende Riese bekannt. Faszinierend, weil man diesen Berg von allen wichtigen Punkten aus sehen kann.
Die Gegend um Antequera ist seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt, war Teil des Römischen Reichs und ab dem 8. Jahrhundert maurische Stadt. Erst 1412 haben die Spanier die Stadt erobert. Die Mauren wurden verdrängt, die Stadt wurde zu einer Grenz- und Festungsstadt der Katholiken gegen das nasridische Reich von Granada und Ausgangspunkt einer Reihe von Eroberungszügen. Nachdem Granada als letzte maurische Stadt 1492 kapitulierte, konnte sich Antequera erholen und es ließen sich auch wieder Menschen nieder. Und all diese Zeiten haben ihre Spuren in der Stadt hinterlassen.
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Antequera rühmt sich als die Stadt mit der höchsten Kirchendichte Andalusiens. Wir hatten einige davon in unmittelbarer Nähe unseres Hotels und hörten Glockengeläut ab 7.00 Uhr früh. Im Hotel bekamen wir einen Stadtplan, auf dem auch eine Touristenroute entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet ist. Die kunsthistorisch bedeutendste Kirche des Ortes ist Santa Maria la Mayor (Bild links). Sie liegt direkt bei dem Castillo, direkt hinter dem Arcos de los Gigantes (Bild unten).
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Vom Castillo stehen nur noch zwei Türme und einige Mauern (man sieht es auf dem Bild unten rechts hinter der Kirche), die Restaurierungen sind aber (EU-Mittel) in vollem Gange.
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Bei den Arbeiten wurden vor kurzer Zeit Überreste eines römischen Bades gefunden. Schon verrückt. Man will das eine aufbauen und findet beim Buddeln etwas noch Älteres. Jetzt wird alles parallel restauriert. Die Gartenanlage der Festung ist in groben Zügen noch erkennbar. Lustwandeln im Schatten der Burg...
Wir waren ja von Sevilla noch verwöhnt mit netten Straßencafés und Restaurants auf schönen Plätzen - in Antequera Fehlanzeige. Vielleicht auch, weil der Ort weiter oben liegt und es bedeutend kühler ist. Zumindest jetzt im März. Sehr schön sitzt - und isst - man vor der Kirche Santa Maria la Mayor oben auf dem Berg.
Für Montag hatten wir dann einen Ausflug in den Nationalpark El Torcal geplant, ein echtes Highlight.
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El Torcal ist sozusagen direkt um die Ecke, nur wenige Kilometer von Antequera entfernt. Und ich bin froh, dass wir dort waren.
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Eine geologische Kuriosität ersten Ranges und seit 1989 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. El Torcal liegt bis zu 1370 Meter hoch und ist 17 Quadratkilometer groß. Die einzelnen Steinschichten weisen der Erosion gegenüber eine unterschiedliche Widerstandsfähigkeit auf und Wind und Wasser formten seltsame Figuren und bizarre Formationen aus dem Fels. Es gibt drei ausgeschilderte Wege durch das Gelände, wobei man nur den grün markierten Weg ohne Führer gehen sollte. Festes Schuhwerk ist ein Muss. Das Informationszentrum ist bis Sommer 2007 geschlossen und es entsteht gerade ein riesiger Neubau.
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Die Felsen sehen zum Teil wie aufgetürmte Scheiben aus, wie eben gerade so gestapelt - nur nichts anfassen... Manchmal wirken die Steine so wackelig, dass man ganz vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzt. Im Sommer soll der Park ein Treffpunkt für passionierte Freeclimber sein, uns begegnete in all den Stunden nur eine Frau mit Hund. Traumhaft schön.
An der Talseite der Bergkette erkennt man überall in den Felsen Höhlen von frühen Besiedelungen. Die Gegend war sehr begehrt.
Wenn wir nicht für Dienstag schon etwas anderes geplant hätten, El Torcal kann man auch mehrmals erkunden. Aber Dienstag konnten wir uns endlich die Dolmen in Antequera ansehen, einer der Gründe, warum ich auf Antquera gekommen bin.
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Die Dolmen stehen direkt am Stadtrand von Antequera und sind ein Zeugnis menschlicher Baukunst aus frühester Zeit. Dolmen sind sogenannte Ganggräber, errichtet aus kleineren und größeren behauenen Felsen, die dann mit Erde überschüttet werden, sodass sie zu künstlichen Hügeln werden. Der Dolmen de Menga ist ca. 2.500 Jahre v. Chr. erbaut worden, also etwa zur gleichen Zeit, als in Ägypten die Pyramiden errichtet wurden.
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Der Dolmen de Menga besteht aus einer großen Kammer, ist 25 Meter lang, 2,7 Meter hoch und misst an der breitesten Stelle 6,5 Meter. Die riesigen Steinquader der Decke werden von drei mächtigen Säulen getragen. Der größte Quader der Decke wiegt alleine 180 Tonnen. Archäologen fanden hier Skelette von über 100 Menschen. Die hier gefundenen Grabbeigaben befinden sich in einem Museum in Malaga. Erst kürzlich wurde am hinteren Ende der Kammer ein 19,5 m tiefer Schacht entdeckt. Fast der gesamte Hügel ist momentan abgesperrt und mit Planen abgedeckt, da weitere Untersuchungen laufen. Man darf gespannt sein. Ich habe ja in sämtliche Ritzen geleuchtet und finde, dass hinter der eigentlichen Kammer noch was ist...
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Direkt nebenan steht der Dolmen de Viera. Erbaut etwa 2.000 v. Chr. und bei Weitem nicht so beeindruckend. Der Dolmen de Viera ist im gleichen Stil erbaut, hat aber zusätzlich noch einen kleine separate Grabkammer.
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Der Blick aus der Kammer zeigt eine Besonderheit in der Ausrichtung. Man sieht genau auf diesen seltsamen Felsen, der wie ein schlafender Riese aussieht. Genau auf der anderen Seite (leider auch mit Planen abgedeckt) sieht es aus, als wäre dort ein weiterer Eingang. Oft haben solche Ganggräber ja einen zweiten Schein-Eingang, um Grabräuber fern zu halten.
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Etwas weiter außerhalb von Antequera liegt ein weiteres Hügelgrab, die Cueva del Romeral, das auf 1800 v. Chr. datiert wird. Es ist in einer anderen Technik errichtet worden, die auch in Westfrankreich in weit einfacherer Form anzutreffen ist. Die Seitenwände bestehen aus kleinen aufgeschichteten Steinplatten und nur die Decke des Ganges ist mit großen Quadern abgedeckt. Hinter dem Gang liegen zwei hintereinander liegende kreisrunde Kuppelgewölberäume, die mit einem Deckstein abgeschlossen sind.
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Die Erforschung der Dolmen von Antequera geht weiter und bei den beiden Dolmen im Ort wird gerade ein großes Gebäude gebaut. Zur Forschung oder als Besucherzentrum? Wir werden’s sehen. In der Nähe der Dolmen wurde jetzt bei Bauarbeiten eine alte Siedlung entdeckt. Antequera war also schon vor tausenden von Jahren eine Reise wert. Und uns geht’s irgendwie wie immer, wir werden wiederkommen.
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So, das war’s. Für uns eine schöne Erinnerung, für andere vielleicht eine schöne Anregung. Die Reise war wunderschön und jetzt das Zusammenstellen für die Seite war wie ein zweiter Urlaub. Aber irgendwie habe ich bei der Bildauswahl etwas verkehrt gemacht - Olli ist nirgends drauf. Kann man ändern:
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weiter zur nächsten Reise >
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